Werbung / Virales Marketing mit Angst

Unternehmen und Werbeagenturen setzen immer mehr auf die Möglichkeiten des sozialen Webs. Via Social Media werden – verglichen mit Printmedien – zusätzliche Käufer und Verbraucher direkt und zeitnah erreicht. Auf diesem Weg werden zunehmend Werbebotschaften transportiert, in denen Verbraucher und potentielle Käufer integriert sind.

Es geht um virale Videos. Videos in Form gewöhnlicher Werbeclips reißen Niemanden vom Hocker. Für Aufmerksamkeit braucht es mehr, mehr Thrill, mehr Action, Angst!

Grenzwertige Werbeaktionen
Das Prinzip der versteckten Kamera ist hinlänglich bekannt. Bei Verstehen Sie Spaß? war / ist es noch lustig, da steht Einer am Schluss als Tollpatsch oder Veräppelter da, es lachen die anderen, die Zuschauer. Das reicht vielen Agenturen / Unternehmen inzwischen nicht mehr, Krimi-ähnliche Inszenierungen müssen her.

Marketing-Kampagne von NIVEA im Februar 2013
NIVEA promotet ein neues Deodorant, das speziell Schweißgeruch durch Stress überriechen soll. Was liegt näher, als rechtschaffene Mitbürger, die auf dem Hamburger Flughafen auf den Abflug warten, als flüchtige gefährliche Schwerverbrecher hinzustellen. Später folgt dann die Entwarnung und die Entschädigung mit besagtem Stress-weg-Deo.

Wenn ich das Video sehe, bekomme ich Pickel. Diese behandle ich aber sicherlich nicht mit einer Creme oder Deo von NIVEA. Das Video sehe ich als grenzwertig an. Es wird mit Angst gespielt. Und mit Werbung für ein Deodorant hat das nichts zu tun. Auf dem NIVEA-youtube-Kanal sind Verantwortliche bemüht, allen Kommentatoren des Kampagnenvideos zu antworten. Sie suchen den Dialog. Das ist gut.

Eine weitere Einschätzung mit Videolink findet sich auf Michael Ehlers Blog: Virales Video: NIVEA und der Stresstest mit ahnungslosen Personen am Flughafen. Bei W&V online äußern sich auch kurz die Agenturverantwortlichen zur Kampagne: Kritik am Nivea-Fahndungsvideo: Das sagt die Agentur.

Virales Video-Marketing für Carlsberg Bier
Ebenfalls auf virale Videos setzt Carlsberg Bier. Bei dem schon etwas betagteren Spot aus 2011 spielt Carlsberg auch mit Angst der Beteiligten, aber in einer vergleichsweise harmlosen Variante. Man könnte auch sagen, dass vielmehr als Angst Voreingenommenheit eine Rolle spielt. Das Video suggeriert durch entsprechende Schnitttechnik und Musik Angst Furcht. Aber seht selbst:

Weitere Beispiele stellt W&V online zusammen: Das Spiel mit der Angst: Carlsberg stellt Freunde auf die Probe.

Zu guter Letzt
Ich bleibe dabei. Die gelungensten Bierwerbungen sind immer noch die alten Kühlschrank-Spots. Die machen einfach nur Spaß! 🙂

TheoH

Theo ist leidenschaftlicher Kaffeegenießer & Genussblogger! Er wohnt in Mannheim, bloggt seit 2004 rund um die Themen Essen & Trinken, Kulinarisches, Gastronomie, Events. Ein weiteres Steckenpferd und Betätigungsfeld sind Webdesign, die Blogtechnik rund um Wordpress und Social Media, das Web 2.0. Mehr erfahren Sie hier.

1 Kommentar zu “Werbung / Virales Marketing mit Angst

  1. Aufsehen erregende Werbung fördert leider exorbitant den Erfolg der Kampagne. Und das nur, weil wir uns alle vera… lassen. Warum lassen wir uns so beeinflussen und nutzen so wenig unseren gesunden Menschenverstand? Danke für die Anregung zum Nachdenken!

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