Rundfunkgebühr auf Internet-PC? Nein danke!

Eigentlich schreibe ich hier Notizen für Genießer. Zudem ist ja das alljährliche Sommerloch, welches seltsame Politikerideen zutage fördert, vorbei. Aber zur absurden Diskussion „Rundfunkgebühren für PC mit Internetnutzung“ muß ich meine Meinung sagen.

Die für Medienpolitik zuständigen Ministerpräsidenten und Intendanten von ARD und ZDF haben sich bekanntlich nicht über die Höhe der Rundfunkgebühren einigen können. Statt – von den Intendanten gefordert – 1,09 Euro setzten die Ministerpräsidenten 0,86 Euro Erhöhung ab April 2005 fest. Nun kommt zum wiederholten Male – in 2001 ließ Heide Simonis bereits verlautbaren – der Vorschlag nach einer Pauschalgebühr je Haushalt für die Internetnutzung per PC ab 1.1.2005.

Das heißt: Jeder PC-Nutzer mit Internetanschluss soll eine Internet-Gebühr dafür zahlen, dass er die Angebote der öffentlichen Rundfunkanstalten ARD und ZDF nutzen kann. Und was ist, wenn ich diese Dienstleistung über das Internet gar nicht nutzen will? Ja, dann soll ich trotzdem zahlen!

Wo sind wir denn jetzt? Die Öffentlich Rechtlichen Rundfunkanstalten haben den Auftrag, die Bevölkerung grundzuversorgen. Sie haben ihre Dienste und vor allem Verdienstmöglichkeiten bereits erweitert durch Werbeeinnahmen, Gewinnung von Sponsoren für TV-Events und eben auch mit Hilfe des Internet. Das ist ja auch in Ordnung. Die Öffentlich Rechtlichen Rundfunkanstalten sollen ruhig zusätzliche Einnahmen generieren. Jedes privatwirtschaftliche Unternehmen nutzt ja ebenfalls Absatzwege wie Post, Bahn, Internet. Diese erhalten aber nur Geld von mir, wenn ich eine Leistung beziehe.

Wenn ARD und ZDF das Internet als Vertriebskanal nutzen, darf dies nicht auf Kosten der Gebührenzahler gehen. Sie sollen dies bitte privatwirtschaftlich finanzieren. Wolf-Dieter Roth hat es in seinem Statement trefflich ausgedrückt, wenn er sagt: ARD und ZDF auch eine Zeitung herausbringen, morgens verteilen lassen und für jeden Briefkasten Rundfunkgebühren verlangen lassen …

Die Zwangsabgabe, die zudem mit Unterstützung des Staates eingetrieben wird, lehne ich strikt ab. Ich zahle ja schließlich auch keine Kirchensteuer, nur weil in meinem Dorf eine Kirche steht. Vielmehr sollen sich die Öffentlich Rechtlichen Rundfunkanstalten mal einer grundlegenden Strukturreform unterziehen und sich anders organisieren. Eine Verschlankung bzw. Zusammenlegung der vielen regionalen Sender wäre doch mal ein Vorschlag.

Zu guter Letzt:
In Wirklichkeit haben die Öffentlich Rechtlichen Rundfunkanstalten doch nur Angst vor Mindereinnahmen (tolles Wort) ab dem nächsten Jahr. Dann kommt die Umsetzung von Hartz IV. Sozialhilfeempfänger und Personen mit geringem Einkommen sind von der Rundfunkgebühr befreit.

TheoH

Theo ist leidenschaftlicher Kaffeegenießer & Genussblogger! Er wohnt in Mannheim, bloggt seit 2004 rund um die Themen Essen & Trinken, Kulinarisches, Gastronomie, Events. Ein weiteres Steckenpferd und Betätigungsfeld sind Webdesign, die Blogtechnik rund um Wordpress und Social Media, das Web 2.0. Mehr erfahren Sie hier.

4 Replies to “Rundfunkgebühr auf Internet-PC? Nein danke!

  1. Das ist krank! Wenn das kommen sollte, melde ich meinen Internetanschluss sofort ab und ich glaube, das machen dann viele! Mal sehen, was dann die Telekom sagt…Ich empfinde sowieso die Rundfunkgebühr (die im übrigen in Raubrittermanier eingetrieben wird) als staatliche Zwangsabgabe, mit der total überhöhte Gehälter bei den öffentl.-rechtl. Rundfunkanstalten gezahlt werden, als eine einzige Unverschämtheit!!! Wann wird den verantwortlichen Politikern endlich einmal dieser Schwachsinn um die Ohren gehauen? Ich komme mir vor wie im Mittelalter, als die Feudalherren das Volk mit immer neuen und höheren Abgaben ausgequetscht haben.

  2. Pingback: Trixium

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