Medium Blog: eine Beobachtung
Das Medium Blog entwickelt sich in Deutschland! Bis vor Kurzem haben fast ausschließlich Blogger das Medium genutzt, sie schrieben Artikel - primär über das Bloggen - und andere Blogger haben diese gelesen. Die Blogwelt war zumeist unter sich.
Aber in den letzten Wochen ist eine Veränderung in der Medienwelt zu beobachten. Die Blogwelt wird von Externen wahrgenommen. Anhand dreier unterschiedlicher Beispiele möchte ich meine Beobachtung kurz dokumentieren.
1. Beispiel: Blogs werden in der Öffentlichkeit wahrgenommen & helfen
Die Tragödie in Südostasien bringt von heute auf morgen Blogs in den Fokus der traditionellen Medien. Sie berichteten zuerst von der Katastrophe, werden auch jetzt noch als Kommunikationsplattform eingesetzt. Traditionelle Medien nehmen Bezug auf Bloginformationen oder setzen gar Blogs zum Informationstransfer ein. Sie spielen dabei ihren Vorteil aus, dass Information nicht nur one way tranportiert wird, Leser selbst geben wieder Informationen zurück. Traditionelle Medien, insbesondere die Printmedien können dies so nicht leisten.
2. Beispiel: Blogs verbreiten schnell Information
Das Blog spreeblick.de hat Ende letzten Jahres über die Praktiken eines Klingeltonvertreibers berichtet. Binnen kurzer Zeit hat sich der Artikel nicht nur in der Blogwelt verbreitet, sondern weit darüber hinaus. Traditionelle Medien, Print und TV, haben ihre Journalisten auf das Thema angesetzt und berichtet. Über Art, Weise und Inhalt wurde hinlänglich geschrieben. Daher von mir kein weiterer Kommentar.
3. Beispiel: Blogs & Journalismus & neue aktive Leserschaft
Seit dem 11. Januar berichtet Mario Scheuermann in seinem Blog Drink Tank brandaktuell - dennoch fachlich fundiert und seriös recherchiert - über die Insolvenz des Feinkost Kuriers Rungis Express. Innerhalb weniger Tage erhielt das Blog eine völlig neue Leserschaft, nicht BloggerkollegInnen, sondern von der Insolvenz Betroffene und informierten sich und meldeten sich zu Wort. Zunächst kamen Kunden, dann Lieferanten, schließlich die betroffenen firmeneigenen Mitarbeiter, sogar die Betriebsratsvorsitzende von RE kommentierte im Blog. Neben den fachlichen Artikeln Scheuermanns kochten bisweilen die Gemüter (siehe insbesondere Kommentare im Artikel “Übernahmeangebot” fast über. Aber letztendlich gewann die Berichterstattung Stammleser, und zwar unter Nichtbloggern.
Mario Scheuermann sagt in seinem Kommentar im agenturblog, dass seine Berichterstattung derartige Aufmerksamkeit auf sich zog, dass er gar exklusiv Informationen veröffentlichen konnte.
Fazit
Die drei Beispiele zeigen eindeutig, dass sich etwas bewegt. Wir können gespannt sein, wie sich Blogjournalismus in diesem Jahr weiter entwickeln wird.
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