Küchengötter & Küchenboten

Seit genau einer Woche ist nun das Kochportal Küchengötter online. Am 22. Oktober 2007 hatte ich bereits im Artikel Kochbuch-Verlag engagiert Blogger für Web-Community berichtet.

Und wie sieht das Portal des Verlags G+U nun aus?

Küchengötter Navigation

Einfach sieht es aus, wenn man sich die Navigation anschaut. Das finde ich nicht schlecht, ich bin ein Freund guter und schlichter Benutzerführung. Den Hauptteil bildet eine große Rezeptdatenbank, die mit tausenden leckerer Rezepte aus dem Kochbuchreservoir des Verlags gefüllt ist. In einem integrierten Blog, auch Magazin genannt, schreiben die Küchenboten unter Federführung von Sebastian und Nicole, und das – zum Glück – nicht nur über Rezepte. Natürlich darf auf www.küchengötter.de eine Community nicht fehlen. Hier sind nochmals die Rezepte der angemeldeten User extrahiert und gelistet zuzüglich einer Auswahl angemeldeter User. Das war es!

Gutes

  • Seit dem Start vor einer Woche sind nun über 260 User registriert. Ordentlich!
  • Als registrierter User darf man über ein standardisiertes Formular Rezepte einstellen und Artikeln, Rezepte wie Beiträgen aus dem Blog, Stichworte (Tags) zuordnen.
  • Die Kompetenz der Küchenboten und ihrer Gastblogger: bekannte deutsch- und englischsprachige BloggerInnen. Aller erste Sahne!

Nicht so Gutes

  • Das Gute ist leider nur registrierten Usern vorbehalten.
  • Ich hätte zudem unter Community noch ein Forum erwartet, das fehlt aber.
  • Das Blog hat keine Trackbackfunktion, kommentieren dürfen nur registrierte User. Dadurch wird die Kommunikation zu anderen kulinarischen Blogs immens gehämmt.
  • Es ist kein RSS-Feed vorhanden. Zumindest für das Blog hätte ich mir einen Feed gewünscht.

Es wird berichtet, dass ein Herr Lobo aus Berlin für den Namen des Portals verantwortlich zeichnet. er hasst Rosenkohlgratin.

Nachtrag am 13.12.2007
Bezüglich der AGB wurde hier in den Kommentaren (u. a. Winzerblog) schon diskutiert. Ulrike vom Blog genial-lecker hat beim Betreiber der Küchengötter nachgehakt und gefragt, ob sie ihre ureigenen in das Portal eingestellten Rezepte auf ihrem eigenen Blog (zweit)verwerten kann bzw. darf. Sie herhielt die Antwort: NEIN! Mehr dazu in in Ulrikes Beitrag „Die Küchengötter„.

Hierzu kann ich nur meinen Kommentar wiederholen:
… auf das Urheberrecht … muss der User achten, die Inhalte, z. B. Rezepte darf er einstellen, dafür überträgt er mit seinem Inhalt / Rezept auch damit verbundene Verwertungsrechte, meist kommerzieller Art für Web UND Print, an die Sitebetreiber.

Damit hat wohl jeder zu rechnen, wen er / sie sich in eine kommerziell betriebene Community begibt. 🙁

TheoH

Theo ist leidenschaftlicher Kaffeegenießer & Genussblogger! Er wohnt in Mannheim, bloggt seit 2004 rund um die Themen Essen & Trinken, Kulinarisches, Gastronomie, Events. Ein weiteres Steckenpferd und Betätigungsfeld sind Webdesign, die Blogtechnik rund um Wordpress und Social Media, das Web 2.0. Mehr erfahren Sie hier.

14 Replies to “Küchengötter & Küchenboten

  1. @Winzerblog:
    danke für dein Hinweis, ist ein wichtiger Punkt.

    Das ist aber leider oft so in diesen Communities: auf das Urheberrecht – das ist auch richtig so – muss der User achten, die Inhalte, z. B. Rezepte darf er einstellen, dafür überträgt er mit seinem Inhalt / Rezept auch damit verbundene Verwertungsrechte, meist kommerzieller Art für Web UND Print, an die Sitebetreiber.

    Ich kenne keine Community / Forum, wo das anders ist. 🙁

  2. Die Kochbuch-AutorInnen beäugen dieses Portal wahrscheinlich am meisten. So ganz sicher, ob dies nicht doch den Verkauf schmälert sind sie und der betreibende Verlag dann wohl eben doch nicht, wenn gleich versucht wird die Nennung der Rezepte in Blogs zu unterbinden. Und dass alle „zwangsläufig“ mit ran müssen, scheint eigentlich klar, fragt sich nur, ob sie auch eine entsprechende Entlohnung für derart zeitaufwändige Tätigkeiten erhalten, von denen sich noch nicht mal Anregungen geholt werden können, weil es ja die lieben KollegInnen sind 😉

  3. Ich verstehe nicht ganz, wieso die nicht einen Kurs der radikalen Offenheit fahren. Ich mein, was da an Rezepten drin ist, hat meine Grussmutter schon als Kind gekonnt, da muss man sich wirklich nicht so haben. Ich könnte es verstehen, wenn es wirklich kreative, einzigartige Dinge sind, aber das pertizipative Netz lebt davon, dass alle nehmen und geben – und nicht nur die Nutzer in einen Sack geben, der dann zugemacht wird.

    Ich bin eigentlich davon ausgegangen, dass es erst grösser bekannt wurde, als Dickhaut es verkündet hat – da waren es so um die 220.

  4. Es steht zu vermuten, dass die irgendwann mal bei gefestigter Marktposition auch „Eintritt“ nehmen und dann würde es sich ja schlecht machen, wenn die guten Sachen schon woanders stehen. Das Rezepte grundsätzlich nicht urheberrechtlichen Schutz genießen ist ja eben u.a. diesem Umstand geschuldet, dass alles Variationen oder schlicht Nachgekochtes von schon lange existenten Kreationen sind. Das macht es ja so dreist, wenn Rezepte nicht im eigenen Blog verwendet werden sollen. Die Abschreckung ist aber gelungen und das Buhlen um Foodblogs dürfte einen kleinen Knacks abbekommen haben.

  5. Verstehe ich das richtig, wenn ich ein Rezept erfinde und dort einstelle darf ich es nicht mehr auf meinem eigenen Blog oder sonstwo veröffentlichen?

  6. @TL:
    So isses!

    @Don:
    Noch mal zu den Anmeldezahlen. Ich habe diese in den ersten Dezembertagen bewusst verfolgt. Am 1.12. waren es besagte 67, am 3. bzw. 4 Dezember war die Zahl schnell angestiegen auf etwa 270 registrierte User. In den letzten Tagen ebbten die Anmeldungen aber ab. Neben den hauseigenen Buchautoren haben sich sicherlich etliche Blogger testhalber registriert, um sich bei den Küchengöttern mal umzuschauen.

    Eine meiner Hoffnungen wurde enttäuscht. Ende Oktober wurde der Launch ja bereits angekündigt mit den erfahrenen Bloggern Sebastian und Nicole. Klasse, dachte ich. Zwei Blogger, die fit sind, geil bloggen und wissen, wie die Blogosphäre tickt. Ich habe wirklich mit einem Kochportal gerechnet, das mit einem rieisgen Rezeptefundus (der Verlag hats) daher kommt und – vor allem – munter + nach außen offen bloggt.

    Stattdessen haben die Küchengötter ein Blog, das eher einem Magazin gleicht (sieht man auch in dem URL zum Blog). Und ein Newsfeed via RSS fehlt auch.

    Eine verpasste Chance, wenn man die Nutzung des Kommunikationspotentials von Blogs angeht! Die AGB lassen das Portal dann zu einer kochbloggerunfreundlichen geschlossenen Veranstaltung werden.

  7. Ich bin zwar auch der Meinung, die Welt braucht nicht noch ein Kochportal, aber in den ABGs steht doch, dass der Verlag sich ein nicht-ausschließliches Nutzungsrecht sichert. Klar kannst Du Dein eingestelltest Rezept selber verwenden. Wer lesen kann ist klar im Vorteil.

  8. Wenn das mal nicht nach hinten losgeht. Die Bloggerin, die sich so wegen GUs angeblicher Antwort aufregt, wo sie doch extra gefragt hätte, ob sie Rezepte auf ihrer Seite verwenden darf, hat jeden Monat mehrere Rezepte von GU geblogt. Warum fragt sie jetzt plötzlich den Verlag, ob man deren Rezepte verwenden darf, wenn sie es seit Monaten sowieso schon tut?

  9. Die Frage, ob Rezepte aus der Küchengötterseite übernommen werden können ergab sich ja gerade aus dem Umstand, dass in den AGB das grundsätzlich zulässige Verwendungsrecht für Rezepte in Frage gestellt wurde. Ob vorher schon Gerichte, die u.a. auch in Verlagspublikationen erschienen sind, verwendet worden sind ist dabei doch völlig irrelevant. Zur Frage der nichtausschließlichen Nutzung wäre es wirklich mal interessant alle Konstellationen durchzuspielen wo dies relevant werden könnte. Aber wie oben schon geschrieben, es schreckt ab und dies ist wohl ein nicht ganz nebensächlicher Punkt.

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