KlickRatenZahlenSalat ist kein wirklicher Genuss

2. Dezember 2008

Ist ein Monat zu Ende, da schlagen sie auf: Listen, Rankings, Klickzahlen-Charts, Trafficauswertungen. Sie sind undurchsichtig. Genuss kommt beim Lesen und der Interpretation der Zahlen nicht auf.

Motiviert durch zwei Beiträge des gestrigen Tages
Nikos Weinwelten: blogoscoop: November Charts der Genuss- und Wein-Blogs
und die Antwort darauf
enoworldwine: Blog as blog can – Weinblogs und Printmedien

will ich versuchen, Statistiken zu entwirren. Hierzu picke ich mir willkürlich die vorliegenden Statistiken meines Blogs vom 28. November 2008 heraus. Achtung, jetzt kommen Zahlenwüsten in Tabellenform! Als Mathematiker liebe ich, sie auseinader zu nehmen. ;-)

Trafficauswertung von gumia.de am 28. November 2008

Statistiktool Besucher (UV) Seitenaufrufe (PI) Hits Bewertung
Sitemeter 830 1.365 k. A. zählt UV, PI via JS
blogoscoop k. A. ca. 1.350 k. A. zählt nur PI via JS
BlogStats WP.com k. A. 1.320 k. A. zählt I via JS
SemmelStatz 1.178 k. A. 2.628 zählt UV, Hits via DB-Zugriff, Feedzählung?
ZdStatsV2 1.907 2.169 k. A. zählt UV, PI via DB-Zugriff, Feedzählung
Webalizer 2.01 4.514 22.197 73.468 zählt viel via Hoster, Feedzählung

Vom Zähldienst Bloggerei habe ich keine Zahlen. Ich weiß nur, dass die Bloggerei ausschließlich die Besucher UV zählt und diese dabei gar für 6? Stunden blockt. Die Besucherzahlen lägen sicherlich unter den oben genannten Werten.

Was ein Zahlendschungel!
Die Auswertungen zeigen signifikante Unterschiede auf. Dabei kommt es darauf an, wie und was gezählt wird.

Zählung via eingebundenem Javascript
Die Statistiken der drei erstgenannten Tools weisen in etwa ähnliche Zahlen auf. Es werden die Besucher (Anzahl unterschiedlicher IP-Adressen, jeweils geblockt für ein paar Minuten) und ihre Seitenaufrufe (kein Blocken von IP-Adrfessen) erfasst. Nicht erfasst werden Aufrufe der RSS-Feeds.

Zählung via DB-Zugriff
Hier schlagen die Statistiken in die Höhe. Gezählt wird schier alles. Unter die gezählten Besucher mischen sich neben interessierten Lesern, die vor dem Rechner sitzen, auch die Feedleser (dazu gehören auch Feed-Crawler, daher sind Feedlesser ganz schlecht zu zählen), Bots der Suchmaschinen sowie Spammaschinisten aus aller Welt.

Anmerkungen zu Zählungen
Auch Bots haben eigene IP-Adressen. Ich weiß nicht, wie es jetzt ist, aber früher vergab AOL seinen Surfern bei jedem Seitenaufruf eine neue IP. Seitenaufrufe (PI) sind manipulierbar durch schlcihtes Seitenklicken. Unter Hits versteht man den Aufruf jeglicher Art von Datei. Daher rühren die immens hohen Zahlen beim Webalizer des Hosters.

Seitenaufrufe (PI)
Bei Blogs kann man davon ausgehen, dass das Verhältnis von Besuchern zu Seitenaufrufen etwa bei 1:1,6, maximal aber bei 1:2,5 liegt. Auch dieses Verhältnis läßt sich durch Website-, Blogggestaltung beeinflussen. Das ausschließliche Anteasern von Artikeln auf Übersichtsseiten und die von News-Portalen bekannten Klickstrecken (bei Fotoserien oder Quiz oder gar Sudoku) treiben die PI in schwindelerregende Höhen.

Schlussforderung
Aufpassen heißt es, wenn man Statistiken liest, ohne das Tool dahinter zu kennen. Statistiktools sind Trendbarometer. Absolut verlässliche Zahlen gibt es nicht. Daher bedient man sich zwecks Vergleichbarkeit standardisierter Zählmaschinen wie IVW.

Noch ganz kurz zu Online versus Print,
weil es in oben verlinkten Beiträge angesprochen wird. Zahlen vergleiche ich doch nur miteinander, um was aus ihnen zu interpretieren. Im Web lassen sich Angebote beliebig abrufen (Besucher UV) und in beliebiger Tiefe (Seitenaufrufe PI) lesen. Ein Magazin im Print-Abo läßt sich ebenfalls beliebig oft öffnen und intensiv lesen. Oft bedienen sich gar MEHRERE Leser bei EINEM Abo. Zahlenvergleiche hinken, weil hier zwei verschiedene Welten aufeinander treffen. Online wird anders, viel flüchtiger gelesen als in einem Print-Medium.

Ich möchte aber nicht enden, ohne zu betonen, dass die Herren Supp und Pleitgen (siehe hier) zwar Jungblogger sind. Sie sind aber mitnichten webunkundig. Herzlich willkommen in der Bloggerwelt.

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Der Beitrag KlickRatenZahlenSalat ist kein wirklicher Genuss vom 02. Dezember 2008 12:10 Uhr in Kategorie/n kleine Helferlein wurde bisher 1.240-mal gelesen.

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6 Kommentare im Blog zu “ KlickRatenZahlenSalat ist kein wirklicher Genuss ”

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  1. # 1 Charles [@] schreibt am 02. Dezember 2008 um 14:12 Uhr:

    Ich hab mir dazu ja auch schon oft die Finger fusselig geschrieben, darum nur kurz: Das ist doch wirklich mal eine etwas andere, mathematisch sachliche Sichtweise auf das Thema.
    Das Schlimme ist, dass in den Medien allgemein Zahlen eine immer größere Rolle spielen. Sei es als Auflage, Quote oder Klicks. Wenn man diese auch ohne Leser oder Qualität bekommt, offenbar um so besser.
    Interessant auch, dass Blogs, die gerne die besseren Medien sein möchten, immer öfter die gleiche Leier spielen. Nur zugeben tut’s keiner. Die ständig wiederkehrenden Trafficauswertungen sagen ja überhaupt nichts aus, werden aber trotzdem alle zwei Wochen ins Netz gestellt und die Werbung dient auch nur dazu um die horrenden Onlinekosten etwas abzufedern. Und dann wundern wir uns wenn 70% der Online-User Blogs für Unglaubwürdig halten.

  2. # 2 Mario Scheuermann [@] schreibt am 02. Dezember 2008 um 23:12 Uhr:

    Was das Verhältnis online versus print betrifft ist dies im Bereich der Weinmedien vor allem von einer Tendenz geprägt: egal welche Zahlen man nimmt, sie belegen seit Jahren ein Rückgang bei den Print-Medien und einen stetigen Aufstieg der Online-Medien. Wir werden dies nach meiner Einschätzung in den nächsten Monaten noch deutlicher sehen.

  3. # 3 Michael Pleitgen [@] schreibt am 03. Dezember 2008 um 13:59 Uhr:

    Habe eine kleine Umfrage zum Thema “print oder online” aufgesetzt! Würde mich freuen wenn viele mit abstimmen. Hier gehts direkt zur Weinakademie Berlin und zur Abstimmung!

    http://2big.at/v7h

    Danke!

    Michael Pleitgen

  4. # 4 Blogstatistik mal ganz anders | der Ultes [@] schreibt am 10. März 2009 um 20:09 Uhr:

    [...] bei Gumia kann man nachlesen wie man den ganzen Klickratenzahlensalat [...]

  5. # 5 Klick, klick! Link dich, link mich! | Notizen für Genießer [@] schreibt am 07. Februar 2011 um 23:31 Uhr:

    [...] zu schreiben, zu bloggen. Es begab sich in der Adventszeit 2008 (Winterzeit!), als ich den Beitrag KlickRatenZahlenSalat ist kein wirklicher Genuss verfasste. Damals wie heute ging / geht es um [...]

  6. # 6 Analyse: Blog-Rankings & -Statistiken | Notizen für Genießer [@] schreibt am 01. August 2011 um 01:22 Uhr:

    [...] meinem Beitrag KlickRatenZahlenSalat ist kein wirklicher Genuss vom 2. Dezember 2008 hatte ich mir bereits die Mühe gemacht, Besucherstatistiken zu entwirren. [...]

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