Das Alkopopsteuergesetz ist obsolet!

Das Alkopopsteuergesetz– das Gesetz heißt wirklich so – ist eingeführt, und es wird von den Alcopops-Herstellern umschifft. Hier die trickreichen Mixversuche.

Jammern über Absatzrückgänge
Die Hersteller und Mixer der Alcopops jammern über vehemente Umsatzrückgänge, oft haben Discounter sogar die trendigen Lifestyle-Getränke ganz aus den Regalen genommen. Krampfhaft versuchen die Hersteller, ihren Absatz nicht weiter fallen zu lassen. Und das macht erfinderisch!

Alternative Mixversuche

  1. Den Rum oder Wodka durch steuerfreien Fruchtwein zu ersetzen, schlug fehl. Die Akzeptanz der Weinbasis ist beim Verbraucher nicht im gewünschten Ausmaß gegeben!
  2. Man stelle einfach ein alkoholhaltiges Mixgetränke-Pulver her. §1 des Alkopopsteuergesetzes verlangt die Trinkfertigkeit beim Kauf. Da aber erst beim heimischen Mixen mit Wasser ein trinkfertiges und alkoholhaltiges Mix-Getränk entsteht, entfällt die Sondersteuer! Pfiffig! 😉 Das Unternehmen subyou hat genau dieses Pülverchen – Alcopops aus der Tüte – hergestellt. (Dieser Tipp kommt via unblogbar.com.)
  3. Nun das andere Extrem: Bacardi will seinen Alcopop-Bestseller „Rigo“ auf 10 % Alkoholgehalt aufpeppeln. Somit sind auch diese Mixgetränke von der Sondersteuer befreit, da Alcopops lt. §1 des Gesetzes mit ihrem Alkoholgehalt unter 10 % vol liegen müssen. Dies berichtet das Manager-Magazin in seinem Artikel „Wässriges Steuergesetz„.

Resümee
Das Alkopopsteuergesetz ist, was die Beschreibung des Steuergegenstandes betrifft, dermassen seltsam aufgesetzt, dass die Sondersteuer leicht umgangen werden kann. Aber eigentlich ist das Alkopopsteuergesetz obsolet und somit überflüssig, wenn sich denn Hersteller und Händler an das Jugendschutzgesetz halten würden. Dieses verbietet nämlich den Verkauf von Alkoholika, also auch von Alcopops, an Minderjährige. Vater Staat kassiert halt gleich mal wieder mit anstatt auf die bessere Einhaltung des Jugendschutzgesetzes zu bestehen. ;-(

Leseempfehlung zu Alcopops
Ich empfehle gerne den Artikel „Alcopops – ein Zwischenbericht“ von Holger Mitterwald. Er hat die skurrile Szenerie und Hintergründiges zum Alkopopsteuergesetz niedergeschrieben. Amüsant! 😉

TheoH

Theo ist leidenschaftlicher Kaffeegenießer & Genussblogger! Er wohnt in Mannheim, bloggt seit 2004 rund um die Themen Essen & Trinken, Kulinarisches, Gastronomie, Events. Ein weiteres Steckenpferd und Betätigungsfeld sind Webdesign, die Blogtechnik rund um Wordpress und Social Media, das Web 2.0. Mehr erfahren Sie hier.

7 Replies to “Das Alkopopsteuergesetz ist obsolet!

  1. Pingback: 0815 blog
  2. > Man stelle einfach ein alkoholhaltiges Mixgetränke-Pulver her. §1 des Alkopopsteuergesetzes verlangt die Trinkfertigkeit beim Kauf.

    Dann könnte man doch auch einfach wohlschmeckende Getränge (das Pulverzeug soll ja wohl nicht so toll schmecken) in gefrorenem Zustand verkaufen ^^

  3. Das gefährliche an den Alkopops ist ja, dass sie gerade so leicht zu trinken sind und man, im Gegensatz zu Hochprozentigem nicht merkt, wieviel Alkohol man trinkt (also man schmeckt es ja nicht so intensiv wie bei den anderen).

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